Juli 8, 2026
ITS-Colloquium in Erfurt
Im Rahmen des von der Forschungsgruppe „Islam und Digitalität“ ausgerichteten ITS-Colloquiums, trafen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Religionswissenschaft sowie der katholischen, evangelischen und islamischen Theologie in Erfurt zu einem Netzwerktreffen, das Social Media Praktiken religiöser Influencerinnen und Influencer beleuchtete.
Gemeinsam wurden Fragen zum ethischen Umgang mit Onlinematerialien sowie zu Ästhetik, politischer Positionierung und Konfessionalisierung im weltanschaulichen Influencing islamischer und christlicher Prägung diskutiert und methodische Überlegungen geteilt. Als besonders fruchtvoll erwies sich hier der interreligiöse Vergleich, der phänomenologische Ähnlichkeiten offenbarte, etwa in der Verwendung eines veralteten, Übersetzungen religiöser Texte entlehnten Vokabulars, in der Imitation einer Predigt oder in der Integration von Bittgebeten in den Content.
Zusätzlich zum fachlichen Austausch beinhaltete das ITS-Colloquium einen stark auf die wissenschaftliche Praxis ausgerichteten Teil, der von den geladenen Expertinnen und Experten geleitet wurde. Prof. Simon Meier-Vieracker von der TU Dresden stellte diskurstheoretische Überlegungen zum weltanschaulichen Influencing über soziale Medien vor. Kai Annabelle Plötzsch – ebenfalls TU Dresden – bot einen Workshop an, der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu einer achtsamen Social Media-Forschung anregen soll, und Johannes Fröh von der Universität Bonn berichtete aus seiner Projekterfahrung zu datenschutzrechtlichen Fragen im Rahmen der Social Media-Forschung.
Organisiert wurde die Veranstaltung von Jasmin Eder und Marie Briese von der TU Dresden.
