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Konferenzen & Tagungen

Juni 9, 2026

Internationale Abschlusskonferenz

Am 10. und 11. Juli 2026 veranstaltete die Forschungsgruppe „Islam und Digitalität: Medien, Materialität, Hermeneutik“, gefördert von der Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft (AIWG) sowie dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), ihre internationale Abschlusskonferenz an der Goethe-Universität Frankfurt. Die Tagung brachte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Europa, Nordamerika und Asien zusammen, um zu untersuchen, wie die Digitalisierung das islamische religiöse Leben verändert.

An zwei Tagen und in sechs Panels beleuchteten die Vortragenden diesen Wandel anhand von drei für das Projekt zentralen Bereichen: Medien und Erinnerung, Materialität sowie Hermeneutik. Thematisiert wurde unter anderem, wie Instagram die Erinnerung an die Geschichte Schwarzer Musliminnen und Muslime verändert, wie KI-Anwendungen historische Fehldarstellungen des ismailitischen Erbes verstärken können, wie virtuelle Pilgerplattformen eine „proximale Distanz“ zu heiligen Stätten erzeugen und wie die digitale Modellierung von Hadith-Überlieferungsketten neue Möglichkeiten eröffnet, die frühe schiitische Lehrgeschichte neu zu bewerten.

Zwei Keynotes bildeten den inhaltlichen Rahmen des Programms. Prof. Dr. Sariya Cheruvallil-Contractor aus Coventry eröffnete die Konferenz mit Forschungsergebnissen zum Zusammenspiel von digitalem und „analogem“ muslimischem Leben über verschiedene Generationen hinweg im Vereinigten Königreich und in Europa. Prof. Dr. Heidi Campbell von der Texas A&M University stellte anschließend einen Ansatz vor, islamische KI-Anwendungen anhand ihrer religiösen und „spirituellen“ Handlungsmöglichkeiten zu verstehen, und verglich dabei muslimische, christliche und buddhistische KI-Modelle.

In den verschiedenen Panels kehrten einige Fragen immer wieder: Wie wird religiöse Autorität heute gemeinsam von Gelehrten, alltäglichen Nutzerinnen und Nutzern sowie Algorithmen hervorgebracht, anstatt lediglich von einer Seite an die andere weitergegeben zu werden? Wie verändern digitale Werkzeuge die religiöse Auslegungspraxis, von der koranischen Lexikografie bis zur Erstellung von Fatwas? Und wie lassen sich die tatsächlichen Vorteile digitaler Plattformen hinsichtlich Zugänglichkeit und Reichweite mit den ebenso realen Risiken in Einklang bringen, etwa KI-Halluzinationen, Standardisierung und die Verflachung religiöser Nuancen?

Wir haben uns sehr gefreut, Vortragende begrüßen zu dürfen, die zu den sozialen Medien der Ahmadiyya, zu Influencerinnen in Kirgisistan, zu konfessionell geprägter YouTube-Predigt in Südasien, zum Aufbau trans- und queer-muslimischer Gemeinschaften auf Twitter, zu „Halal-Dating“-Apps sowie zu sufischer Begleitung im Zeitalter sozialer Medien arbeiten. All diese Beiträge zeigen, wie breit gefächert und zugleich wie dringlich die Erforschung des Verhältnisses von Islam und Digitalität geworden ist.

Flyer mit Programm: IUD-Flyer_Digital

Zusammenfassungen & Kurzbiografien: IUD_Booklet